Geschichte der ehemaligen Zollstätte Zwing

Wir sind bemüht, die Geschichte der "Zwing" lückenlos aufzudecken. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass dieses einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Hier ein Auszug aus dem Buch "Heimat"

"Zwischen Gemünden und Wernfeld liegt hart an der Straße ein massives Gebäude, das unter dem merkwürdigen Namen "Zwing" bekannt ist. Der Name ist schwer zu erklären. Wir wissen nur, daß hier eine Wasserzollstätte war und die Schiffe, die den Main befuhren, gezwungen waren, hier Zoll zu entrichten. Das Recht Zoll zu vergeben scheinen die Könige gehabt zu haben, denn wir wissen z.B., daß die Grafen von Rieneck im Jahre 1372 von Kaiser Karl IV. den Wasserzoll bei Hofstetten erhielten. Sie hatten auch das Geleit der Schiffe von Neustadt a.M. bis zum Ziegelofen bei Langenporzelten. Von hier aus übernahmen dasselbe die Bischöfe von Würzburg. Es wird wohl auch die Zollstätte am Zwing in ihren Händen gewesen sein.

 

Im Jahre 1408 übertrug König Wenzeslaus die Zollstätte Zwing den Herren von Bickenbach auf dem Schlosse Adolfsbühl (Adelsberg). Das Hochstift Würzburg war anfänglich damit nicht einverstanden, willigte dann aber unter der Bedingung ein, daß es "unschädlich des Stifts vorhinigen Zöllen im Lande geschehe". Der Zwing scheint längere Zeit im Besitze der jeweiligen Herrn von Adolfsbühl gewesen zu sein.

 

Im Jahre 1605 kam Philipp Valentinus von Diemer in den Besitz des ehemaligen Hohenberg´schen Schlosses in Adelsberg. Er hatte nur eine Tochter. Seiner Frau Katharina, Tochter des Hans Georg von Mörlau vermachte er nebst einem Freihof in Adelsberg und Feld auch den Zwing. Der Schwiegersohn derselben, Hans von Schreibersdorf erwarb den Zwing 1626 mit 80 Morgen Wald.

 

Nachfolger im Besitz desselben war ein Herr von Fechenbach, der den Zwingenberg gegen die sogenannte Kellerei in Adelsberg, ein altes Diemersches Haus mit 2 Morgen Rangen und 16 Morgen Wald im "kühlen Grund" vertauschte.

 

Wir kennen einen Zöllner vom Zwing, namens Holzmann, der 1723 um ein Schildrecht in Wernfeld nachsuchte, die jetzige Gaststätte Hofmann in Wernfeld erbaute und später Forstmeister und Centgraf in Mittelsinn wurde.

 

In den Jahren um 1820 war der Zwing Sitz eines Forstamtes und wurde 1829 von Apotheker Kurz in Lohr angekauft, der ein chemisches Laboratorium dort einrichtete. Seit dieser Zeit befindet sich das Haus in Privathänden."

 

Quelle: (Seltsam, Philipp: "Heimat". Aus Geschichte und Volksleben des Kreises Gemünden. Gemünden: G. H. Hofmann, Inhaber Reinhold Sommerer, 1972)